Wie du deinen inneren Schweinehund überwindest - das Phänomen des Aufschiebens

Prokrastination ist das psychologische Pseudonym für das alltagssprachlich gebräuchliche Wort „Aufschieberitis“. Nahezu alle von uns kennen es - wir haben eine volle To-Do-Liste, die Deadline rückt immer näher, doch wir schaffen es einfach nicht den Text für die Schule oder die Uni fertigzuschreiben, eine wichtige Aufgabe in der Arbeit zu erledigen oder endlich die Bewerbung abzuschicken. Bevor die ungeliebte Aufgabe erledigt wird, muss vorher noch die Wohnung geputzt werden, die spannende Serie ist einfach interessanter und ein Treffen mit der Freundin, die man seit 2 Monaten nicht gesehen hat, macht auch mehr Spaß.


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Wenn Dinge zu erledigen sind, die oft wenig Spaß machen oder uns geistig fordern, neigen viele von uns zur Prokrastination. Hast du dich schon einmal gefragt, ob du allein damit bist, oder wie viele Menschen noch darunter leiden? Es wird angenommen, dass ca. jede/r Vierte/r im Alltag unter Prokrastination leidet und sogar jede/r Zweite/r, wenn es darum geht akademische Aufgaben zu erledigen, wie z.B. einen Text zu schreiben, für eine Prüfung zu lernen oder seine Abschlussarbeit zu verfassen (für genaue Zahlen, kannst du dir gerne genauer den folgenden Artikel ansehen: Klingsieck, K. B. (2013). Procrastination. European Psychologist 18(1). 24-34.). Warum ist Prokrastination schlecht? Prokrastination schlägt auf unser psychisches Wohlbefinden und setzt uns zunehmend unter Druck, wenn Deadlines näher rücken oder wir Abgaben versäumen. Des Weiteren kann es zu Ängstlichkeit und innere Unruhe kommen was dazu führt, dass wir uns nicht mehr wohlfühlen, bzw. unser psychisches Wohlbefinden verringert ist.


Sind Menschen, die prokrastinieren schlicht und ergreifend einfach faul und undiszipliniert?


Die Frage kann mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden, jedoch sind die zugrunde liegenden Ursachen nicht gänzlich geklärt. Häufig jedoch kann Prokrastination mit einem verringerten Selbstwert und erhöhtem Perfektionismus in Verbindung gebracht werden. Unter dem Begriff Selbstwert versteht man das Selbstbild und die eigene Bewertung - einfach ausgedrückt, wie wir uns selbst sehen und uns bewerten. Doch was bedeuten diese Zusammenhänge nun? Durch hohe Ansprüche an sich selbst, alles perfekt zu machen und im Umkehrschluss wiederum ein weniger gutes Bild von sich selbst zu haben, kann zu einem Teufelskreis führen, der mit Prokrastination endet.


Selbstwert


Aufgrund der hohen Ansprüche an sich selbst, die aber niemals erreicht werden können, werden Aufgaben häufig aufgeschoben und gänzlich nicht gemacht. Durch das Aufschieben versuchen wir negative Gefühle zu vermeiden, die auftreten, wenn wir Aufgaben erledigen, die uns nicht leichtfallen oder über diese wir unseren Selbstwert definieren. Häufige Glaubenssätze, die dahinter stecken sind „Meine Leistung auf der Uni/in der Schule zeigt, wie liebenswert ich bin/wie intelligent ich bin/wie erfolgreich ich bin“. Wenn wir diese Aufgaben, über die wir unseren Selbstwert definieren nicht machen oder aufschieben, können wir uns den negativen Gefühlen entziehen.


Perfektionismus


Perfektionismus kann uns zu Bestleistungen verhelfen und uns aber auch in unserem Tun hemmen. Haben wir den Anspruch alles perfekt zu machen, kann das häufig zermürben, da selten eine Aufgabe wirklich perfekt erledigt werden kann. Doch wie hängen Perfektionismus und Prokrastination nun zusammen? Ein möglicher Mechanismus ist, dass das Aufschieben dazu führt, dass Dinge nicht perfekt sein können. Somit machen wir die Aufgabe zu einem Zeitpunkt an der Perfektion niemals mehr erreicht werden kann und unser negatives Selbstbild wird wiederum bestätigt.

Selbstwert und Perfektionismus lösen häufig Ängste aus, die wiederum zu Prokrastination führen. Wir neigen dazu negativen Emotionen aus dem Weg zu gehen oder sie zu vermeiden. Somit schieben wir die Aufgabe, die aufgrund von hohem Perfektionismus und geringem Selbstwert mit Angst besetzt ist, auf, um die negative Emotion Angst zu vermeiden. Um das Ganze besser verständlich zu machen, findest du hier eine „kreative“ Grafik.




Du möchtest wissen, wie du es schaffen kannst weniger zu prokrastinieren? Um das wird es im nächsten Blogartikel der Reihe „Wie du deinen inneren Schweinehund überwindest“ gehen.



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