Minding your own mind: Intuitives Essen

In der Serie "Minding your own mind" gibt euch eine ausgebildete Gesundheitspsychologen die wichtigsten Insights zu verschiedenen Themen. Heute sprechen wollen wir über Diäten, Essverhalten und Co. sprechen.

Die meisten von uns haben wahrscheinlich schon die ein oder andere Diät ausprobiert. Meistens will man abnehmen, da man dann glaubt man fühlt sich besser und schöner. In diesem Blog Beitrag geht es um intuitives Essen - was ist es und wie kann es dir helfen, dich wohl in deinem Körper zu fühlen.


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Vertrauen in den eigenen Körper wiedergewinnen


Keto, Low-carb, High-carb, Hollywood-Diät, Atkins – welche dieser Diäten hast du schon ausprobiert? Warst du erfolgreich, oder zählst du auch zu den 95% der Personen mit gescheiterten Diätversuche? Wieso werden dann diese erfolglosen Diäten immer wieder versucht? Sie versprechen verbessertes Lebensgefühl, verbesserte Gesundheit, weniger Gewicht und damit verbunden häufig der Wunsch weniger Probleme zu haben. Oftmals schreiben wir schlanken Personen mehr Erfolg im Leben zu und erhoffen uns durch den versprochenen Gewichtsverlust mehr Lebenszufriedenheit. Funktionieren Diäten tatsächlich nicht? Zu Beginn einer Diät steigt die Euphorie! Wir erwarten Veränderungen in allen Lebensbereichen und Nehmen uns vor, es dieses Mal nun wirklich durchzuziehen. Doch in 95% der Fälle erreichen wir kurz danach wieder das Ausgangsgewicht oder nehmen sogar noch mehr zu.


Nicht nur der Wunsch nach einem besseren Leben ist ein Motivator, um Diäten zu machen oder Gewicht verlieren zu wollen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der unser Körper meist nur auf das Aussehen reduziert wird und in der ein falsches Bild von Gesundheit gezeichnet wird. Ein Indikator für Übergewicht in unserem Gesundheitssystem ist der Body-Mass-Index (BMI). Ab einem BMI von 25 wird von Übergewicht gesprochen und zu einer Gewichtsreduktion geraten. Um die Problematik dahinter zu verstehen sollte der Ursprung des BMI genauer beleuchtet werden. Im 19. Jahrhundert wurden mithilfe des BMI statistische Vergleiche in der Bevölkerung durchgeführt. Es wurde jedoch stark davon abgeraten den BMI zur Einschätzung von Über- oder Untergewicht zu verwenden, da es keine wissenschaftliche Grundlage dafür gegeben hat.


Ein weiteres Problemfeld sind soziale Medien und die damit verbundenen Schönheitsideale. Diese können selten erreicht werden und die Verwendung von Bildbearbeitungsprogrammen ist verlockend. Dies wiederum führt zu einer Verstärkung der Schönheitsideale und der Teufelskreis beginnt.

All diese Faktoren zeigen mittlerweile ihre Auswirkung auf die psychische Gesundheit. Die Häufigkeit von Essstörungen ist in den letzten Jahren massiv angestiegen. Abhängig von der Region geht man davon aus, dass mittlerweile eine von zehn Personen an einer Essstörung leidet. Hierbei wurde die Dunkelziffer aber noch nicht berücksichtigt sowie Personen mit gestörtem Essverhalten. Was ist der Unterschied zwischen einer Essstörung und gestörtem Essverhalten? In der Diagnostik von psychischen Störungen, worunter Essstörungen fallen, müssen gewisse Kriterien erfüllt werden. Wenn nicht alle Kriterien erfüllt werden, spricht man von gestörtem Essverhalten, welches sehr häufig in einer Essstörung enden kann. Natürlich gibt es noch weitere Einflussfaktoren, die die Entstehung von Essstörungen beeinflussen, jedoch zeigen die letzten Jahre, dass soziale Medien und die aktuellen Schönheitsideale einen massiven Einfluss auf die Anzahl an Essstörungen haben.


Intuitives Essen


Eines vorweg – intuitives Essen ist keine Diät und keine Methode, um schnell oder überhaupt Gewicht zu verlieren. Intuitives Essen kann als Chance gesehen werden, um sich mit dem eigenen Körper und dem Essverhalten zu versöhnen und wieder mehr Wohlbefinden zu erlangen. Mittlerweile ist intuitives Essen in aller Munde und es gibt diverse Anbieter, die ihre Sicht des intuitiven Essens anpreisen. In diesem Blog-Post möchte ich euch meine Idee des intuitiven Essens näherbringen, und vorwiegend auf meine Praxis- und Forschungserfahrung zurückgreifen, um die in meinen Augen essenziellen Punkte zu vermitteln.


Verzicht auf Verbote

Eines der wichtigsten Prinzipien des intuitiven Essens ist der Verzicht auf Verbote und dem Wiederaufbau von Vertrauen in den eigenen Körper. Ziel ist es, auf Körpersignale, wie z.B. Hunger, zu achten und dem Körper geben was er braucht. Die Menge und Art an Nahrungsmittel sollten an die Bedürfnisse der aktuellen Situation und des Körperempfindens angepasst werden und sich nicht an äußeren Faktoren wie z.B. dem Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, einer Diät oder Essenszeiten orientieren.


Unser Körper

Oft liegt der Fokus auf dem Aussehen und Problemzonen unseres Körpers. Was unser Körper aber tagtäglich leistet und zu was er uns verhilft gerät in Vergessenheit. Der Begriff Body-positivity ist aktuell in aller Munde. Bei Body-positivity steht vor allem Selbstliebe und Liebe dem eigenen Körper gegenüber im Vordergrund. Dein Körper ist schön sowie er ist und daran muss nichts geändert werden.

Dies ist grundsätzlich eine gute Idee, doch für die meisten Personen ist dies schwieriger als gedacht. Nach Jahren der Körperoptimierung und der Manifestierung von Schönheitsidealen ist es schier unmöglich sich selbst und den Körper plötzlich so zu lieben, wie er ist. Als Anfang kann es hilfreich sein, sich in Erinnerung zu rufen was der Körper tagtäglich leistet. Allein das Lesen dieses Posts wäre ohne deinen Körper nicht möglich. Erlebnisse, Reisen, Erfahrungen, deine Arbeit und vieles mehr wäre ohne deinen Körper nicht möglich. Dankbar für seinen Körper zu sein kann ein guter Beginn sein.


Wohlbefinden

Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler dieses Konzepts ist körperliches und mentales Wohlbefinden. Essen sollte Wohlbefinden auslösen und uns nicht im alltäglichen Leben einschränken. Durch den Fokus auf das körperliche Wohlbefinden findet sich auch eine Erklärung dafür warum intuitive Esser:innen sich nicht vorrangig von Schokolade, Chips und Pizza ernähren. Diese Nahrungsmittel lösen wenig körperliches Wohlbefinden aus und stillen den Hunger langfristig nicht. Wenn der Fokus auf körperlichem Wohlbefinden liegt, wird auch die Lust auf gesunde Lebensmittel steigen, da diese langfristiges Wohlbefinden auslösen.


Angst

Du findest das Konzept des intuitiven Essens spannend, doch irgendwie kannst du dir nicht vorstellen, dass Essen ohne Verbote funktionieren kann? Häufig löst der Verzicht auf Regeln und die dadurch gewonnene Freiheit Angst aus. Viele Personen, die mit dem intuitiven Essen beginnen, oder damit beginnen möchten, berichten von Angstgefühlen. Vor allem die Angst vor einer massiven Gewichtszunahme, oder dem übermäßigen Verzehr von ungesunden Lebensmitteln. Häufig ist das zu Beginn auch der Fall – vor allem bei Personen, die seit Jahren mit vielen Verboten und Einschränkungen rund um das Essen gelebt haben. Doch ich kann beruhigen, nach einer gewissen Zeit pendelt sich das Essverhalten ein und es kann Vertrauen in den eigenen Körper aufgebaut werden. Vertrau deinem Körper und hör auf deine Körpersignale!


Interesse geweckt?


Für alle, die Interesse am intuitiven Essen haben, kann ich euch ein Buch sehr ans Herz legen:

Intutive Eating – A revolutionary Anti-Diet Approach von Evelyn Tribole und Elyse Resch.

Hier findet ihr einen Link zum Buch.


Außerdem könnt ihr am Samstag auf meinem Instagram Kanal eure Fragen zum Thema intuitiven Essen stellen. Wir werden alle gerne beantworten.



Let's talk about it!


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