"Die Geschichte der Bienen" - die kleinen Helden der Welt

Heute will ich nicht nur über die kleinen Helden Bienen sprechen, sondern auch meine erste Buchrezension auf diesem Blog veröffentlichen. Denn ein Buch, das meiner Meinung nach jeder gelesen haben soll, ist „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde. Die Originalausgabe ist 2015 erschienen, das Thema heute aber wichtiger denn je.

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Wofür brauchen wir Bienen?


Nicht einmal im Traum sollten wir daran glauben, dass die Technik uns unabhängig von der Natur machen wird. Weder in der Flora noch der Fauna.

Und auch von den Bienen sind wir keinesfalls unabhängig, denn laut verschiedenen Forschern hätten wir zum Beispiel europaweit Ernteverluste von 150 Milliarden Euro. Das hätte nicht nur drastische ökonomische Auswirkungen, sondern würde uns schlicht und ergreifend einen großen Teil unserer Nahrungsgrundlage wegnehmen. Am Beispiel eines Obstbaumes (Birne) lässt sich das gut sehen – ohne Bienenbestäubung würde der Baum ca. 45kg Ertrag bringen, mit Bienenbestäubung jedoch mehr als 150kg. Wenn man diese Zahlen zusätzlich in dem Kontext betrachtet, dass immer mehr Menschen auf der Erde wohnen werden, zeigt sich das dramatische Problem besonders deutlich.

Wir hätten vielleicht noch verschiedene Getreidesorten, aber von Brot und Bier kann man sich (auf jeden Fall nicht sonderlich gesund) nicht langfristig ernähren. Die meisten Obst- und Gemüsesorten würden ohne die Biene verschwinden.

US-Forscher sprechen von fast 1,5 Millionen Todesfällen auf Grund von Mangelernährung, falls die Bienen aussterben würden.


Doch nicht nur im Bereich der Nahrung bringen die Bienen uns einen wahnsinnig großen Mehrwert – auch für die Kleidung sind die kleinen Insekten indirekt zuständig.

Circa die Hälfte der weltweit hergestellten Kleidung wird aus Baumwolle erzeugt, und genau dieses Material würde es ohne Bienen nicht geben. Warum, fragst du dich? Auch die Bestäubung der Baumwolle trägt massiv dazu bei, wie viel Ertrag gewonnen werden kann. Fast die Hälfte der Baumwolle würde es ohne Bestäubung nicht geben – und somit auch fast ein Viertel der weltweiten Kleidung.



Vor welchem Problem stehen wir?


Wir müssen dringend etwas tun, die Bienen auf unserem Planeten werden nämlich immer weniger.

Weltweit betrachtet, ist die Anzahl an Bienenstöcken zwischen 1960 und 2008 um fast 50% gestiegen. Die meisten davon in Argentinien und China. Andererseits gibt es aber bereit seit den 90er Jahren ein massives Bienensterben in weiten Teilen der Welt. Davon betroffen ist vor allem die westliche Honigbiene, die wirtschaftlich betrachtet der wichtigste Bestäuber ist. Alleine in Nordamerika sind zwischen 1950 und 2005 fast 60% aller Bienenstöcke verschwunden und in Europa 25%. Einige Arten von Bienen und Hummeln sind bereits ausgestorben, obwohl sich der Bedarf an Bestäubern global verdreifacht hat.

Viele Forscher versuchen herauszufinden, was die Ursache von CCD (Colony Collapse Disorder) ist. Die bisher vorherrschende Meinung ist, dass es am Stress liegt – die drei größten Auslöser sind dabei diverse Pflanzenschutzmittel, Parasiten und vor allem der Mangel an Nahrung und Nistplätzen, die die Bienen stressen. Vor allem für die Wildbienen ist der Verlust ihres natürlichen Lebensraums ein großes Problem.


Jede und jeder von uns kann seinen Beitrag leisten – ob es die Blumenwiese vor dem Haus, oder die Balkonpflanzen für die Wohnung sind. So können wir den Lebensraum der Bestäuber ein bisschen vergrößern und ihnen etwas zurückgeben.

Aber wir können auch auf andere Dinge achten – zum Beispiel sowohl Bio-Baumwolle als auch Bio-Lebensmittel kaufen. Denn dort werden weniger oder keine Pestizide eingesetzt, die zum Sterben der Bienen beitragen.


Wenn du auch monetär unterstützen möchtest, gibt es beispielsweise den Naturschutzbund Österreich, der immer wieder Spendenaktionen für verschiedene Projekte macht und sogar einen eigenen Bienenschutzfonds hat.


Zusätzlich kannst du dich informieren, was du persönlich noch so alles in deinem Alltag machen kannst, um die Bienen zu schützen. Und wenn du für den Sommerurlaub noch eine gute und spannende Lektüre suchst, bei der du vielleicht auch noch ein bisschen was lernst, hab ich hier noch was für dich:


"Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde


„Die Geschichte der Bienen“ ist der erste Teil von Maja Lundes „Klimaquartett“. Neben diesem Buch sind bereits der zweite Teil „Die Geschichte des Wassers“ und der dritte Teil „Die Letzen ihrer Art“ erschienen. Der vierte und somit letzte Teil der Reihe soll voraussichtlich noch 2021 erscheinen.


Das Buch spielt in drei verschiedenen Zeiten – einerseits in der Mitte des 19. Jahrhunderts in England, Anfang des 21. Jahrhunderts in den USA und Ende des 21. Jahrhunderts in China.


Die Geschichten dreier Familien, die durch die Geschichte der Bienen miteinander verbunden sind, wird erzählt. Zum einen gibt es den Biologe William aus England, der durch die Idee für einen neuartigen Bienenstock die Grundlage für die zukünftige Bienenzucht schafft.

Die zweite Familie rund um Imker George lebt in Ohio und kämpft mit ihren Bienenstöcken ums Überleben – bis zum Tag, an dem die Bienen auf einmal verschwinden und niemand sich erklären kann warum.

Die dritte und somit letzte Geschichte führt nach China. Dort lebt Tao mit ihrer kleinen Familie – sie arbeitet als Bestäuberin, wie die meisten in ihrem Ort. Denn die Bienen sind dort schon lange verschwunden. Nachdem ihr Sohn Wei-Wen einen mysteriösen Unfall hat ändert sich für sie alles. Nicht nur das Leben ihres Sohnes, sondern auch die Zukunft der Menschheit stehen auf dem Spiel.


Die Autorin gibt in immer wechselndem Rad mehr über die einzelnen Geschichten preis. Erst am Ende wird das große Rätsel des Zusammenhangs der Familien gelöst und das Buch ergibt Sinn.

Der Schreibstil ist sehr klar und einfach zu lesen – man kann sich außerdem sehr gut in die einzelnen Figuren hineinversetzen. Einzelne Teile des Buches ziehen sich etwas hin, wobei es zum Ende hin immer spannender wird, bis man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen will.


Fazit zum Buch


Grundsätzlich beschreibt Maja Lunde sehr gekonnt und pointiert, was passieren würde, wenn die Bienen verschwinden. Durch den Aufbau über die Jahrhunderte wird man auf eine Reise mitgenommen, die Geschichte der Bienen. Es regt während des Lesens auf jeden Fall dazu an, sich mehr mit der Thematik zu beschäftigen.

Dennoch hätte ich mir etwas mehr Informationen zum Aussterben gewünscht – warum es wirklich geschieht und was wir jetzt dagegen tun können.


Trotz allem sollte meiner Meinung nach jede und jeder dieses Buch gelesen haben und sich mit den Konsequenzen eines Bienensterbens auseinandersetzen.


Falls du das Buch schon gelesen hast, lass mich gerne wissen, wie du es gefunden hast.



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